Vor Kurzem haben wir einen Kanban-Workshop bei einer Bank durchgeführt. Bereits nach den ersten Diskussionen wurde deutlich, dass einige Teilnehmende mit unterschiedlichen Vorstellungen von Kanban in den Workshop gekommen waren.

Die Teilnehmenden kannten sich mit Kanban bereits aus, hatten aber bestimmte Herausforderungen aus ihrem Arbeitsalltag, weshalb sie hofften, dass es „Geheimnisse” bei Kanban gab, die ihnen klare Antworten und vielleicht auch einen neuen Ablauf vorgaben.

Genau das ist aber nicht der Ansatz von Kanban.

Kein Framework mit festen Rollen

Kanban ist kein Framework mit festen Rollen, vorgeschriebenen Events oder einem einheitlichen Prozessmodell. Es greift bewusst nur wenig in bestehende Organisationen ein. Es schreibt keine neue Teamstruktur vor und verlangt auch nicht, dass Unternehmen ihre gesamte Arbeitsweise verändern.

Ein zentraler Grundgedanke von Kanban lautet:

„Start with what you do now.“

Man beginnt also nicht mit der Frage „Wie sollten wir arbeiten?”, sondern mit der Frage „Wie arbeiten wir heute tatsächlich?

Kanban hilft dabei, Arbeit sichtbar zu machen und den tatsächlichen Arbeitsfluss zu verstehen. Auf dieser Grundlage können Teams Schritt für Schritt Verbesserungen entwickeln, die auf Erfahrungen, Beobachtungen und Daten basieren.

Eine Denkweise für kontinuierliche Verbesserung

Deshalb betrachten wir Kanban weniger als klassisches Framework und vielmehr als eine Denkweise für kontinuierliche Verbesserung.

Ein Kanban-Board ist dabei ein wichtiges Werkzeug. Doch ein Board allein macht noch kein Kanban aus. Seine eigentliche Stärke liegt darin, Transparenz zu schaffen, die Zusammenarbeit zu verbessern und Veränderungen schrittweise umzusetzen.

Gerade für Organisationen, in denen agile und klassische Arbeitsweisen nebeneinander existieren, wie in unserem Workshop bei der Bank, bietet Kanban große Chancen.

Es ist nicht notwendig, seine Rolle oder Arbeitsweise von heute auf morgen zu verändern. Stattdessen entsteht eine gemeinsame Grundlage, auf der Teams ihre Zusammenarbeit kontinuierlich weiterentwickeln und jeden Tag ein kleines Stück verbessern können.

Foto von Chris Lawton auf Unsplash